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Topografien des Terrors

Felix Nussbaum, Selbstbild mit Judenpass, Ausschnitt


Termine:

  • 20. Februar 2020
  • 07. Mai 2020
  • 02. Juli 2020
  • 03. September 2020

Mit der Vortragsreihe „Topografien des Terrors – Nationalsozialismus vor Ort“ bieten wir ein zentrales Forum zur intensiven Auseinandersetzung mit der NS-Ideologie und ihrer Zeit am regionalen Beispiel an. Veranstaltungsort ist mit der Villa Schlikker die einstige Osnabrücker NSDAP-Zentrale. 2020 gibt die Befreiung vom Nationalsozialismus vor 75 Jahren Anlass für verschiedene Aktivitäten. Ein Themenschwerpunkt wird bei Osnabrücker Verbindungen zu den Niederlanden liegen, die vor 80 Jahren durch das Deutsche Reich besetzt wurden.
Der Eintritt ist frei.

Hans Georg Calmeyer – aktuelle Forschungen
Ein Vortrag von Dr. Petra van den Boomgaard, Niederlande
Donnerstag, 20. Februar 2020, 19.30 Uhr
Im Januar 1941, mehr als sechs Monate nach der deutschen Besetzung, waren in den Niederlanden jüdische Mitbürger*innen verpflichtet, sich offiziell registrieren zu lassen. Aus berechtigter Sorge schien es ratsam, ihre Angaben nicht zu fälschen, da diese überprüfbar waren. Dennoch beantragten wenig später über drei Prozent der niederländisch- jüdischen Bevölkerung eine Aufhebung ihrer vorherigen Registrierung als Jude oder Jüdin. Dadurch gelang es über 2.500 Menschen, sich der Rassegesetzgebung zu entziehen und dadurch der sicheren Deportation zu entgehen. In einer lebensbedrohlichen Situation versuchten diese Menschen, ihr Schicksal selbst in die Hand zu nehmen – wie auch über 1.200 weitere Personen, deren gleichgerichtete Bemühungen leider ohne Erfolg blieben. Die Referentin beschreibt, wie dies möglich war und welche Rolle der Osnabrücker Jurist Hans Georg Calmeyer (1903-1972) dabei spielte.

 

NS-Erinnerungskultur als Kunst?!
Ein Vortrag von Hans Castrup, Osnabrück
Donnerstag, 7. Mai 2020, 19.30 Uhr
Die Erinnerung an die Ursachen und Folgen des Nationalsozialismus ist in der Bundesrepublik Deutschland ein zentraler Bestandteil des gesellschaftspolitischen Diskurses. Neben einer historisch-analytischen Herangehensweise und der Begegnung mit Zeitzeug*innen bietet die Kunst einen weiteren Zugang, um das oft schier Unbegreifliche wie den Holocaust zu vergegenwärtigen, ohne die Würde der Opfer zu beschädigen. Kunst sucht zudem eigene Wege, um die vermeintliche Attraktivität von Ideologien, die Menschen verführt, aufzudecken und die Mechanismen von nationalsozialistischer wie nationalistischer Propaganda zu entlarven. Dazu stellt der Osnabrücker Künstler Hans Castrup eigene Video-/Audio-Arbeiten mit dem Thema „Dekonstruktion von Macht-Präsentation durch Ironie“ zur Diskussion.

 

Rechter Terror in Wort und Tat – Ziele, Netzwerke, Gegen-/Strategien
Ein Vortrag von Dieter Beck, Osnabrück
Donnerstag, 2. Juli 2020, 19.30 Uhr
Deutschlands Abwehr, sich Rechtsextremismus im eigenen Land einzugestehen und ihn wirkungsvoll zu bekämpfen, ist chronisch. Während Wissenschaftler*innen, Journalist*innen und zivilgesellschaftlich Engagierte seit Jahrzehnten couragiert vor dem rechten Terror warnen, wurde dieser von staatlicher Seite jahrzehntelang verharmlost. Symptomatisch für dieses Verdrängen war die späte Aufdeckung der brutalen Mordserie des "Nationalsozialistischen Untergrundes". Der große NSU-Prozess wurde 2018 öffentlichkeitswirksam abgeschlossen, ließ aber viele Fragen offen, deckte kaum das Unterstützernetzwerk hinter dem NSU auf und entlarvte staatliches Versagen. Auch konnte er die reche Gewalt nicht beenden, wie jüngst der Mord am Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke (Juni 2019) und der Anschlag auf die Synagoge in Halle (Oktober 2019) zeigen.
Wer sind die neonazistisch gepolten Urheber dieser rechtsextremistisch-terroristischen Gewaltszene, wer ihre Ideologen und Strategen, und wer setzt Hass und Menschenverachtung in die Tat um? Welchen Anteil an dieser Entwicklung haben aktueller Rechtspopulismus und Neue Rechte – national wie international? Wie gelingt es, endlich eine wirksame Brandschutzmauer gegen das rechte Lauffeuer zu errichten?
Rattenfänger – Über Verführung und Verführbarkeit junger Menschen in NS und Neonazismus
Auf Anfrage können Schulklassen oder Jugendgruppen eine Veranstaltung buchen, in der Dieter Beck nach einem Impulsreferat gemeinsam mit Zeitzeug*innen und Schüler*innen über Ursachen und Folgen ideologischer Verführung am Beispiel des Nationalsozialismus und des Neonazismus diskutiert.
(Anmeldung unter heese@osnabrueck.de / Tel. 0541 / 323-4435)

 

Hermann Helfgott alias Zvi Asaria – Militärrabbiner im Osnabrücker Kriegsgefangenenlager Oflag VI c
Dr. Sebastian Musch, Osnabrück
Donnerstag, 3. September 2020, 19.30 Uhr
Hermann Helfgott (1913-2002) war Militärrabbiner im Osnabrücker Kriegsgefangenenlager Oflag VI c. Dort saßen noch bis 1944 – während der Holocaust bereits in vollem Gange war – etwa 400 jüdische und 350 kommunistische Offiziere der serbischen Armee ein. Unter Duldung der Lagerkommandantur konnte Helfgott auf Grundlage der Genfer Konvention in einem dafür hergerichteten Gebetsraum regelmäßig jüdische Gottesdienste feiern und sogar Tote auf dem jüdischen Teil des Johannisfriedhofs bestatten. Helfgott überlebte den Holocaust. Nach dem Krieg benannte er sich in Zvi Asaria um und wurde niedersächsischer Landesrabbiner. Der Referent präsentiert jüngste Forschungen zu Helfgott alias Asaria.

 

Das Anne Frank Haus in Amsterdam und seine pädagogische Ausrichtung
Ein Vortrag von Menno Metselaar, Anne Frank Haus Amsterdam
Donnerstag, 5. November 2020, 19.30 Uhr
Kaum einem Schulkind ist Anne Frank nicht bekannt. Die Geschichte des jüdischen Mädchens aus Frankfurt/M. wurde durch die Rettung ihrer Tagebücher nach dem Holocaust öffentlich und bringt jungen Menschen bis heute das Leben verfolgter Menschen in der Nazizeit näher. Gemeinsam mit Annes Familie lebte auch die Osnabrücker Familie van Pels im Versteck in der Amsterdamer Prinsengracht 263, bevor alle von der Gestapo entdeckt und deportiert wurden, um schließlich in Konzentrationslagern umzukommen.

Der Referent stellt verschiedene Konzepte und Projekte vor, mit denen im Amsterdamer Anne Frank Haus versucht wird, über die Biografie Anne Franks und die Geschehnisse in der Prinsengracht Lehren aus der Geschichte des Nationalsozialismus für die Gegenwart zu ziehen.

 

 

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