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Jiddische Klangperspektiven

Uwe von Seltmann Foto: ©YuraDrug


Termine:


    Aufgrund der neuen Allgemeinverfügung der Stadt Osnabrück gilt für Ihren Museumsbesuch die „2G-Regel”. Wir benötigen von Ihnen einen Nachweis über die vollständige Impfung oder den Genesenennachweis. Sie benötigen ab sofort auch keine Maske mehr. Kinder und Jugendliche können uns weiterhin ohne Impfung besuchen und gelten als getestet, müssen aber eine Maske tragen.

    Mit Erzählkonzerten, Werkstattgesprächen und multimedialen Erlebnissen wir Sie ein, jüdisches Leben in Deutschland näher kennenzulernen. Schicksale von Menschen und ihren außergewöhnlichen Lebenswegen stehen im Mittelpunkt der Reihe. Die Mitwirkenden begeben sich individuell auf Spurensuche, spüren ihrer Herkunft nach und zeigen, wie vielfältig jüdisches Leben in Deutschland ist.

    Im Fokus dieser Erzählkonzerte steht eine Kultur, die auf einer unterschätzen Sprache basiert: Jiddisch, vor etwa 1000 Jahren aus dem Mittelhochdeutschen im Süden Deutschlands entstanden, hat unsere westliche Kultur maßgeblich geprägt. Jiddisch hat sich schon immer über Grenzen hinweggesetzt, ist bis heute staatenlos und steht für liberal Denkende als Lebenshaltung für eine gerechtere Welt. Die Wortrepublik Jiddischland vereinte Jiddischsprechende auf der ganzen Welt und Ihre Blüte erlebte die säkulare jiddische Bewegung zwischen 1860 und 1930. „Ein kosmopolitischer Entwurf, dessen Modernität angesichts der heutigen Globalisierung atemberaubend wirkt (Dr. Efrat Gal-Ed).“ Ein Vorbild also für eine moderne Gesellschaft, die Minderheiten einbindet und Alltagsrassimus bekämpft.

    Alle Musiker und Mitwirkenden dieser Reihe leben in Deutschland. Das Jüdische und das Jiddische ist ein wichtiger Teil ihres künstlerischen Schaffens und zeigt, wie vielfältig und unterschiedlich Judentum in Deutschland praktiziert wird.

    Die Serie wurde kuratiert von Stella Jürgensen, die als leidenschaftliche Musikerin und Kennerin der jiddischen Musik- und Kulturszene die Veranstaltungsreihe moderiert.

    „Jiddische Klangperspektiven“ wird gefördert von „1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland e.V.
    www.2021jlid.de und dem deutschen Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat.

     

     

    TERMINE

    30. Oktober 2021, 20:00 Uhr
    „Der zinger fun noyt“ – Die Stimme der Armen
    Uwe von Seltmann über das jiddische Lied & live-Musik
    Eintritt: 13€ (erm.), 15€ (VVK) und 17€ (AK)

    Der Autor, Filmemacher und Musikethnologe Uwe von Seltmann berichtet in einem multimedialen Vortrag, wie sich jiddische Sprache und Lebenshaltung musikalisch artikulieren. Er erzählt anhand von Hörbeispielen, Fotos, Faksimiles und Filmausschnitten u.a. über den „Vater des jiddisches Liedes,“ Mordechai Gebirtig und andere Protagonisten, die die jiddische Kultur maßgeblich prägten. Insbesondere von 1860-1940 erlebte diese säkulare Bewegung ihre Blüte. Wären nicht Millionen Juden mitsamt ihrer Kultur vernichtet worden, wäre der jiddische Liedermacher heute so populär wie Woody Guthrie und Bob Dylan. Gebirtig wurde 1942 im Krakauer Ghetto von Nationalsozialisten ermordet. Seine Lieder sind ein bedeutendes Zeugnis jüdisch-europäischer Kultur und werden weltweit von namhaften Künstlern interpretiert. Die Protestlieder haben angesichts des wachsenden Antisemitismus ihre Relevanz und Aktualität behalten. Mit Bildmaterial und Zeitzeugnissen erschließt von Seltmann die Rolle Gebirtigs und anderer Kulturschaffender im Krakauer Kulturleben, das Netzwerk, ihren Zorn, ihr Leiden an Demütigungen aller Art, aber auch ihre Würde. Hörbeispiele und Videos zeigen, wie vielfältig Künstler Gebirtig interpretieren.

    Stella’s Morgenstern wird im Duo live jiddische Lieder spielen.
    Moderation: Stella Jürgensen

     

     

    20. November 2021, 19:00 Uhr
    HEINEDAKIS – Lieder von Heinrich Heine & Manos Hadjidakis mit Stella’s Morgenstern, feat. Gwen Leo-Allen & Stella Tsianios
    Eintritt: 13€ (erm.), 15€ (VVK) und 17€ (AK)

    Der deutsche Volksdichter Heine und der griechische Komponist Manos Hadjidakis haben mehr Gemeinsamkeiten, als man denkt: Beide waren Exilanten, Kosmopoliten und überzeugte Europäer. Heine machte aus der Alltagssprache Lyrik. Hadjidakis führte Rembetiko, „den politischen Blues Griechenlands“ in die zeitgenössische Kultur ein. Heines Texte und Hadjidakis’ Lieder sind in unzählige Sprachen übersetzt. Einen multilingualen Ansatz verfolgt auch das Ensembe „Stella‘s Morgenstern“ mit seinen Heine-Vertonungen. Die Herkunft der Musiker reicht von Deutschland über Chile und Zypern, Ägypten bis nach Israel. Dazu mischen sie unterschiedlichste Stile, denn sie denken ihre Musik jenseits nationaler Grenzen und Nationalstaaten. Die Sängerinnen Gwen Leo-Allen (GB/DE) und Stella Tzianiou (GR/DE)  haben sich intensiv mit Hadjidakis‘ Werk auseinandergesetzt und kooperieren erstmals mit  Stella‘s Morgenstern. In der Begegnung mit Heine und Hadjidakis beziehen die Musiker klar Position für Europa, gegen Ausgrenzung und Rassismus. Für dieses Konzerterlebnis werden erstmals Lieder von Hadjidakis auf Jiddisch uraufgeführt, die jiddischen Übersetzungen hat Daniel Kahn extra für diesen Anlass verfasst. Außerdem werden Heine und Hadjidakis auf Hebräisch, Deutsch, Englisch, Griechisch, Türkisch, Spanisch und natürlich auf Jiddisch gesungen.

     

    Stella’s Morgenstern – Stella: Gesang, Autoharp Ukulele; Andreas Hecht: Gesang, Gitarren; Matthias Ricardo Müller: Cello; Cherif Flöhr: Cajon;
    Jerry Merose: Kompositionen;
    Gwen Leo-Allen: Gesang;
    Stella Tzianios: Gesang;
    Moderation: Stella Jürgensen

    Wegen Umbau geöffnet

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