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Jiddische Klangperspektiven

Ensemble Waks Foto: © Shendl Copitman


Termine:

  • 07. August 2021
  • 25. September 2021
  • 30. Oktober 2021
  • 20. November 2021

Aufgrund von jeweils aktuell geltenden Maßnahmen und Verordnungen gegen die Ausbreitung des Corona-Virus können wir derzeit nicht absehen, welche Veranstaltungen vor Ort mit Publikum durch­geführt werden können. Bitte informieren Sie sich daher vor Ihrem Besuch auf unserer Internetseite oder per Telefon unter 0541/323-2237.

Mit Erzählkonzerten, Werkstattgesprächen und multimedialen Erlebnissen wir Sie ein, jüdisches Leben in Deutschland näher kennenzulernen. Schicksale von Menschen und ihren außergewöhnlichen Lebenswegen stehen im Mittelpunkt der Reihe. Die Mitwirkenden begeben sich individuell auf Spurensuche, spüren ihrer Herkunft nach und zeigen, wie vielfältig jüdisches Leben in Deutschland ist.

Im Fokus dieser Erzählkonzerte steht eine Kultur, die auf einer unterschätzen Sprache basiert: Jiddisch, vor etwa 1000 Jahren aus dem Mittelhochdeutschen im Süden Deutschlands entstanden, hat unsere westliche Kultur maßgeblich geprägt. Jiddisch hat sich schon immer über Grenzen hinweggesetzt, ist bis heute staatenlos und steht für liberal Denkende als Lebenshaltung für eine gerechtere Welt. Die Wortrepublik Jiddischland vereinte Jiddischsprechende auf der ganzen Welt und Ihre Blüte erlebte die säkulare jiddische Bewegung zwischen 1860 und 1930. „Ein kosmopolitischer Entwurf, dessen Modernität angesichts der heutigen Globalisierung atemberaubend wirkt (Dr. Efrat Gal-Ed).“ Ein Vorbild also für eine moderne Gesellschaft, die Minderheiten einbindet und Alltagsrassimus bekämpft.

Alle Musiker und Mitwirkenden dieser Reihe leben in Deutschland. Das Jüdische und das Jiddische ist ein wichtiger Teil ihres künstlerischen Schaffens und zeigt, wie vielfältig und unterschiedlich Judentum in Deutschland praktiziert wird.

Die Serie wurde kuratiert von Stella Jürgensen, die als leidenschaftliche Musikerin und Kennerin der jiddischen Musik- und Kulturszene die Veranstaltungsreihe moderiert.

„Jiddische Klangperspektiven“ wird gefördert von „1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland e.V.
www.2021jlid.de und dem deutschen Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat.

 

 

TERMINE

7. August 2021, 19:00 Uhr
Waks – yiddish voices
Eintritt: 13€ (erm.), 15€ (VVK) und 17€ (AK)

„Waks – yiddish voices“: Stimmen aus der Vergangenheit, auf Wachswalzen festgehalten, besingen den beschwerlichen Alltag, Elend und Not, aber auch Momente des Glücks und der Freude. Die Wachswalzen verstaubten jahrzehntelang in Archiven. Inge Mandos hat diese Schätze mit ihrem Ensemble „Waks“ aufgespürt und den alten Stimmen wieder Gehör verschafft, indem sie mit ihnen gemeinsam singt. Verschollene Stimmen von Menschen, die vor 90 Jahren in Osteuropa lebten, werden zu Solisten des Abends. Es ist Inge Mandos sogar gelungen, den vergessenen Stimmen wieder eine Identität zu geben, indem sie Nachfahren der Sänger:innen aufspüren und treffen konnte und so deren Lebensgeschichten erfuhr. Ihre Nachforschungen haben sie bis nach Israel und Australien geführt. Ein solch außergewöhnliches musikalisches Erinnerungs-Konzept hat es im jiddischen Genre bisher nicht gegeben. Mit einfühlsamen Arrangements gelingt Waks eine intime Nähe zu den Solisten und lässt die allesamt unbekannten Volkslieder wieder lebendig werden. Lieder, die erzählen von einer Welt der osteuropäischen Juden, geprägt von Verfolgung und Ausgrenzung und die nahezu ausgelöscht wurde. In einem Werkstattgespräch mit Filmausschnitten, Fotos und Live-Musik berichtet Mandos von ihrer einmaligen, musikalischen Reise in eine vergangene Welt, von vergessenen Lebensgeschichten und berührenden Begegnungen – begleitet vom Ensemble Waks.

 

Ensemble Waks - Yiddish Voices: Inge Mandos: Gesang; Klemens Kaatz: Piano; Akkordeon, Indisches Harmonium; Hans-Christian Jaenecke: Violine
Moderation: Stella Jürgensen

 

 

25. September 2021, 20:00 Uhr
„Motiks Tonband“ - die Geschichte einer Familie - ein Erzählkonzert
mit Sveta Kundish & Patrick Farrel
Eintritt: 13€ (erm.), 15€ (VVK) und 17€ (AK)

Nach dem Zerfall der Sowjetunion wanderten in den 1990er Jahren Hunderttausende jüdischer Familien aus der ehemaligen UdSSR nach Israel, Deutschland und Nordamerika aus. Die Familie der Sängerin Sveta Kundish war Teil dieser großen Auswanderungswelle. Sie verließ die Ukraine und ging 1995 nach Israel. Später entdeckten Svetas Eltern eine Reihe von alten Tonbändern mit Aufnahmen von Svetas Großvater aus den 1970er und 1980er Jahren: Aufnahmen, die mehr als vierzig Jahre überdauert hatten und das Alltagsleben, die Lieder und Geschichten ihrer Familie im Shtetl Owrutsch in der Ukraine wiedergeben – als Teil des jüdischen Lebens dort, das fast vollständig verschwunden ist. Von diesen Aufnahmen inspiriert, erzählen Sveta Kundish und Akkordeonist Patrick Farrell die Geschichte einer ukrainisch-jüdischen Familie: von Svetas Urgroßvater – einem Kantor in der Synagoge von Owrutsch – bis zu Svetas heutigem Leben in Deutschland als Musikerin, die selbst ein Kantorenstudium in Potsdam absolvierte und als Kantorin in Braunschweig tätig ist. Verwoben mit dieser Geschichte sind jiddische, hebräische, russische, ukrainische und deutsche Lieder, die das Duo live vorträgt oder die mit Hilfe der Tonbandaufnahmen aus der Vergangenheit geholt werden. Familienfotos aus den letzten hundert Jahren, auf Leinwand projiziert, vermitteln dem Publikum einen Einblick in das jüdische Leben der Ukraine in den Jahren der Sowjetunion und in die Erfahrungen vieler während der Emigration danach. „Kundish und Farrell - ein kongeniales Duo, das Musik in die Zukunft transportiert.“ M. Fritsch/mittelhessen.de

Sveta Kundish: Gesang,
Patrick Farrell: Akkordeon,
Moderation: Stella Jürgensen

 

 

30. Oktober 2021, 20:00 Uhr
„Der zinger fun noyt“ – Die Stimme der Armen
Uwe von Seltmann über das jiddische Lied & live-Musik
Eintritt: 13€ (erm.), 15€ (VVK) und 17€ (AK)

Der Autor, Filmemacher und Musikethnologe Uwe von Seltmann berichtet in einem multimedialen Vortrag, wie sich jiddische Sprache und Lebenshaltung musikalisch artikulieren. Er erzählt anhand von Hörbeispielen, Fotos, Faksimiles und Filmausschnitten u.a. über den „Vater des jiddisches Liedes,“ Mordechai Gebirtig und andere Protagonisten, die die jiddische Kultur maßgeblich prägten. Insbesondere von 1860-1940 erlebte diese säkulare Bewegung ihre Blüte. Wären nicht Millionen Juden mitsamt ihrer Kultur vernichtet worden, wäre der jiddische Liedermacher heute so populär wie Woody Guthrie und Bob Dylan. Gebirtig wurde 1942 im Krakauer Ghetto von Nationalsozialisten ermordet. Seine Lieder sind ein bedeutendes Zeugnis jüdisch-europäischer Kultur und werden weltweit von namhaften Künstlern interpretiert. Die Protestlieder haben angesichts des wachsenden Antisemitismus ihre Relevanz und Aktualität behalten. Mit Bildmaterial und Zeitzeugnissen erschließt von Seltmann die Rolle Gebirtigs und anderer Kulturschaffender im Krakauer Kulturleben, das Netzwerk, ihren Zorn, ihr Leiden an Demütigungen aller Art, aber auch ihre Würde. Hörbeispiele und Videos zeigen, wie vielfältig Künstler Gebirtig interpretieren.

Stella’s Morgenstern wird im Duo live jiddische Lieder spielen.
Moderation: Stella Jürgensen

 

 

20. November 2021, 19:00 Uhr
HEINEDAKIS – Lieder von Heinrich Heine & Manos Hadjidakis mit Stella’s Morgenstern, feat. Gwen Leo-Allen & Stella Tsianios
Eintritt: 13€ (erm.), 15€ (VVK) und 17€ (AK)

Der deutsche Volksdichter Heine und der griechische Komponist Manos Hadjidakis haben mehr Gemeinsamkeiten, als man denkt: Beide waren Exilanten, Kosmopoliten und überzeugte Europäer. Heine machte aus der Alltagssprache Lyrik. Hadjidakis führte Rembetiko, „den politischen Blues Griechenlands“ in die zeitgenössische Kultur ein. Heines Texte und Hadjidakis’ Lieder sind in unzählige Sprachen übersetzt. Einen multilingualen Ansatz verfolgt auch das Ensembe „Stella‘s Morgenstern“ mit seinen Heine-Vertonungen. Die Herkunft der Musiker reicht von Deutschland über Chile und Zypern, Ägypten bis nach Israel. Dazu mischen sie unterschiedlichste Stile, denn sie denken ihre Musik jenseits nationaler Grenzen und Nationalstaaten. Die Sängerinnen Gwen Leo-Allen (GB/DE) und Stella Tzianiou (GR/DE)  haben sich intensiv mit Hadjidakis‘ Werk auseinandergesetzt und kooperieren erstmals mit  Stella‘s Morgenstern. In der Begegnung mit Heine und Hadjidakis beziehen die Musiker klar Position für Europa, gegen Ausgrenzung und Rassismus. Für dieses Konzerterlebnis werden erstmals Lieder von Hadjidakis auf Jiddisch uraufgeführt, die jiddischen Übersetzungen hat Daniel Kahn extra für diesen Anlass verfasst. Außerdem werden Heine und Hadjidakis auf Hebräisch, Deutsch, Englisch, Griechisch, Türkisch, Spanisch und natürlich auf Jiddisch gesungen.

 

Stella’s Morgenstern – Stella: Gesang, Autoharp Ukulele; Andreas Hecht: Gesang, Gitarren; Matthias Ricardo Müller: Cello; Cherif Flöhr: Cajon;
Jerry Merose: Kompositionen;
Gwen Leo-Allen: Gesang;
Stella Tzianios: Gesang;
Moderation: Stella Jürgensen

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