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We against silencing – Wir müssen über Erinnerungskulturen sprechen

Friedrich Stark | photograph | Germany | Oct. 27, 1979 | rom_00043


Termine:

  • 31. Mai 2022
  • 12. Juli 2022
  • 06. September 2022
  • 11. Oktober 2022

Der Eintritt ist frei.

Erinnerungskulturen deuten kollektive Geschichten unterschiedlichster Gruppen, interpretieren Gegenwarten oder formulieren Vorstellungen für die Zukunft. Aktuelle Debatten zeigen, dass das Erinnern in unserer Migrationsgesellschaft vor besonderen Herausforderungen steht: Denn wer erinnert eigentlich wann, wo, wie und an was? Wessen Erinnerung wird in Gesellschaft und Politik sichtbar gemacht, wessen nicht?
Gesellschaftliches Erinnern ist stets politisch und immer dynamisch. Wie ist es aber möglich, die Erinnerungen an eine Geschichte der Ausgrenzung zu verhandeln, ohne eine andere zu relativieren oder zu de-thematisieren? Wie lassen sich Gemeinsamkeiten und Unterschiede von Erinnerungskulturen jenseits von Opferkonkurrenzen sensibel diskutieren, nutzen und zukunftsfähig machen? Und was kann und muss der Dominanzgesellschaft angesichts sich pluralisierender Diskurse abverlangt werden? Dies sind einige der Fragen, denen wir mit dieser Veranstaltungsreihe kritisch nachgehen möchten.

TERMINE IN DIESER REIHE

Dienstag, 31.5.22 | 19 Uhr
Gespräch und Diskussion mit Gedenkstätten Gestapokeller/ Augustaschacht Osnabrück, Roma Center e.V. / Roma Antidiscrimination Network Göttingen, MaroDromm Sui Generis e.V. Osnabrück
Der Völkermord an Roma und Sinti und seine Auswirkungen auf die Gegenwart
Gestern, heute, morgen: Auch wir erinnern. Auch wir kämpfen für Anerkennung.

Die jahrhundertelange Verfolgung von Sinti und Roma spitzte sich im Zuge des nationalsozialistischen Völkermords zu und hält auch gegenwärtig an, denn Vorurteile und Feindseligkeiten ihnen gegenüber sind tief im europäischen Gedächtnis verankert. Bis heute sind die Schicksale von Sinti und Roma weder angemessen differenziert aufgearbeitet noch anerkannt worden, dargestellt werden ihre Geschichten oftmals einseitig aus der diskriminierenden Perspektive der deutschen Dominanzgesellschaft.
Doch was bedeuten Völkermord und Verfolgung für die eigene Geschichte? Welche Auswirkungen haben sie heute auf den Alltag von Sinti und Roma in Deutschland und Europa? Woran möchte sich der Betroffene erinnern und auf welche Weise? Welche Hoffnung haben Sie für die Zukunft? Nach einer kurzen geschichtlichen Einordnung hoffen wir, der Beantwortung dieser und anderer Fragen im Gespräch mit dem Publikum und in den anschließenden Diskussionen näher zu kommen.

Kenan Emini ist Filmemacher ("The Awakening") und Vorsitzender des Roma-Center, das 2006 als selbstorganisierter Verein von Roma aus dem ehemaligen Jugoslawien gegründet wurde, u.a. die Initiative "Alle bleiben" organisiert und das bundesweite Roma Antidiscrimination Network aufgebaut hat.

Jill Strüber studiert in Osnabrück und ist freie Mitarbeiterin bei MaroDromm Sui generis e.V sowie der niedersächsischen Beratungsstelle für Sinti und Roma.

Nadine Tauchner ist pädagogische Mitarbeiterin der Gedenkstätten Gestapokeller/ Augustaschacht in Osnabrück. Sie hat an der University of Leicester im Stanley Burton Centre for Holocaust and Genocide Studies promoviert.

 

Dienstag, 12.7.22, 19 Uhr
Lesung & Gespräch mit Max Czollek
Halle, Thüringen, Hanau, Corona: Antworten für die politische Gegenwart.

In Zeiten der Krise leiden Gesellschaft und Vielfalt. Für Max Czollek bieten staatstragende Konzepte wie »Leitkultur« oder »Integration« darauf keinerlei Antwort. Seit 2018 wird viel diskutiert über Max Czolleks Streitschrift »Desintegriert euch!«. Beschrieb sie den Status quo des deutschen Selbstverständnisses, entwirft Czollek nun das Modell für eine veränderte Gegenwart: Wie muss sich die Gesellschaft wandeln, damit Menschen gleichermaßen Solidarität erfahren? Welche liebgewonnenen Überzeugungen müssen wir alle dafür aufgeben? Wie kann in einer fragmentierten Welt die gemeinsame Verteidigung der pluralen Demokratie gelingen?

MAX CZOLLEK ist Mitglied des Lyrikkollektivs G13 und Mitherausgeber der Zeitschrift Jalta – Positionen zur jüdischen Gegenwart. Mit Sasha Marianna Salzmann kuratierte er 2016 den Desintegrationskongress und 2017 die Radikalen Jüdischen Kulturtage am Maxim Gorki Theater. Die Gedichtbände Druckkammern, Jubeljahre und Grenzwerte erschienen im Verlagshaus Berlin, bei Hanser 2018 das Sachbuch „Desintegriert euch“!.

»Czollek hat wirklich einen Nerv getroffen!« New York Times

Nach Max Czolleks Bestseller „Desintegriert euch!“ liefert er nun ein Manifest für die plurale Gesellschaft, das Antworten auf die politische Gegenwart gibt.

 

Dienstag, 9.8.22, 19 Uhr | online
Lesung & Gespräch mit Katharina Warda
„Der Ort aus dem ich komme, heißt Dunkeldeutschland“

Nachdem die Autorin Katharina Warda in die Hintergründe und Entstehungsgeschichte ihres Essays eingeführt hat, wird sie „Der Ort aus dem ich komme, heißt Dunkeldeutschland“ vorlesen. Es geht um das Aufwachsen in der ehemaligen DDR als afrodeutsche Person und wie der Osten bis heute in der westdeutschen Dominanzgesellschaft häufig wahrgenommen wird. Sie erzählt von den sozialen Rändern der Nachwendezeit und beleuchtet blinde Flecken deutscher Geschichtsschreibung. Ausgangspunkt sind ihre eigenen Erfahrungen, die sie nach 1989/90 machte.

Katharina Warda ist Autorin mit den Schwerpunktthemen Ostdeutschland, Rassismus, Klassismus und Punk und schreibt eine Dissertation zu Tagebuch-Blogs und marginalisierten Identitäten in Berlin und Princeton.

Nach Ihrer Anmeldung unter igelbrink@osnabrueck.de erhalten Sie rechtzeitig vor der Veranstaltung eine E-Mail mit einem Link zum Online-Meeting. Sie benötigen: PC/Laptop/Tablet oder Smartphone, stabile Internetverbindung, Headset oder alternativ Kopfhörer mit Mikrofon.

 

Dienstag, 6.9.22, Einlass: 20:15 Uhr | Beginn 21 Uhr
Open Air-Kino im Museumsgarten & Gespräch: Ivie wie Ivie
in Zusammenarbeit mit dem Unabhängigen Filmfest Osnabrück

Die afrodeutsche Ivie, von ihren Freund:innen „Schoko“ genannt, wohnt mit ihrer besten Freundin Anne in Leipzig und arbeitet übergangsweise im Solarium ihres Ex-Freundes Ingo, während sie noch auf der Suche nach einer festen Anstellung als Lehrerin ist. Plötzlich steht ihre – bis dahin unbekannte – Berliner Halbschwester Naomi vor der Tür und konfrontiert sie mit dem Tod des gemeinsamen Vaters und dessen anstehender Beerdigung im Senegal. Während die Schwestern sich langsam kennenlernen, stellt Ivie zunehmend nicht nur ihren Spitznamen, sondern auch ihr Selbstbild infrage.

Die Regisseurin Sarah Blaßkiewitz konnte schon mit ihren Kurz- und mittellangen Filmen Blank und Schwarz Rot Gold zeigen, wie subtil, humorvoll und klug sie ihre Filmwelten entstehen lässt. Intim, unterhaltsam und gleichzeitig politisch gibt sie uns Einblicke in vielschichte Figuren und Lebenswelten. Mit ihrem Debüt Ivie wie Ivie widmet sie sich dem Thema der Identitätssuche auf persönliche Weise und bewahrt sich dabei immer ihre Leichtigkeit.

Der Eintritt ist frei. Bitte eine Picknickdecke o.ä. zum Sitzen mitbringen. Bei schlechtem Wetter wird der Film drinnen gezeigt.

 

Dienstag, 11.10.22, 19 Uhr | online
Vortrag & Gespräch mit Natalie Bayer
Ausblick: Erinnern multidirektional aushandeln

Natalie Lisa Sunhi Bayer ist Kulturanthropologin mit den Themenschwerpunkten Migration, Gesellschafts- und Stadtentwicklung, Grenzregime und Politik. Seit 2018 ist sie Leiterin des FHXB Friedrichshain-Kreuzberg Museum.

Nach Ihrer Anmeldung unter igelbrink@osnabrueck.de erhalten Sie rechtzeitig vor der Veranstaltung eine E-Mail mit einem Link zum Online-Meeting. Sie benötigen: PC/Laptop/Tablet oder Smartphone, stabile Internetverbindung, Headset oder alternativ Kopfhörer mit Mikrofon.

VERGANGENE TERMINE IN DIESER REIHE

Dienstag, 22.2.22, 19 Uhr
Vortrag & Gespräch mit Liane Schäfer: Erinnerungskultur pluralisieren. Rückblicke und aktuelle Verschiebungen in Deutschland

Weshalb und auf welche Weise erinnern Gesellschaften eigentlich kollektiv? Und welche Phasen des öffentlichen Erinnerns z.B. an den Nationalsozialismus gibt es in der deutschen Migrationsgesellschaft?

Aktuell prägen im Wesentlichen zwei Gewaltverhältnisse den öffentlichen Diskurs deutscher Erinnerungskultur: Nationalsozialismus und Kolonialismus. In den letzten Jahren haben Debatten zu Rassismus und Kolonialismus dazu beigetragen, einer Aufarbeitung der deutschen Kolonialgewalt in öffentlichen und staatlichen Institutionen mehr Aufmerksamkeit zu verschaffen. Mit Blick auf diese Verschiebungen wird derzeit auch diskutiert, wie sich kollektives, öffentliches Erinnern pluralisieren und dominanzgesellschaftliche Perspektiven aufbrechen lassen. Dazu betrachten wir im Vortrag die Gleichzeitigkeit eines postnationalsozialistischen und eines postkolonialen Erinnerns in Deutschland. Der Vortrag soll dazu anregen gemeinsam zu diskutieren, wie Erinnerungskultur in Deutschland pluralisiert werden kann und dabei mehreren Gewaltverhältnissen gegenüber sensibel ist.

 Liane Schäfer arbeitet im Fachgebiet Politische Theorie am Institut für Sozialwissenschaften der Universität Osnabrück. Sie promoviert und lehrt unter anderem zu Antisemitismus- und Rassismuskritiken und erinnerungskulturellen Diskursen in Deutschland.  

 

 

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