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Stadtgespräche zum Westfälischen Frieden

Friedensallegorie, 1697

Die Stadtgespräche sind eine Zusammenarbeit mit dem „Verein für Geschichte und Landeskunde von Osnabrück“. Der Themenschwerpunkt ist der
der Westfälische Friede, der sich 2023 zum 375. Mal jährt.

Veranstaltungsort ist das Akzisehaus. Der Eintritt ist frei.
Wir bitten um eine Anmeldung wird unter der Telefonnummer 0541 /323-2237 oder unter willkommen-mq4@osnabrueck.de .

Martin Peters „‚Optimus interpres est, qui potentior est‘ - Verstehen, Missverstehen und Übersetzen als Strategien im vormodernen Konfliktmanagement am Beispiel des Westfälischen Friedens von 1648“
Der Vortrag befasst sich mit der Übersetzungskultur im vormodernen europäischen, also bi- und multilingualen Friedensprozess am Beispiel des Westfälischen Friedens von 1648 und legt dabei den Fokus auf bewusst gesteuerte oder unbewusste Missverständnisse zwischen den europäischen Vertragspartnern. „Rechte Meisterstücke von dergleichen [missverständlichen] Redens-Arten trifft man“, so konstatierte Karl Friedrich von Moser 1749 „in dem westphälischen Frieden-Schluß […].“ Missverständnisse waren Teil vormoderner Friedensvertragspraxis. Der schwedische Gesandte auf dem Westfälischen Friedenskongress, Salvius, soll sich folgendermaßen zu Beschwerden über den Gebrauch missverständlicher und zweideutiger Redensarten geäußert haben: „Optimus interpres est, qui potentior est.“ Hing Missverstehen und Verstehen auf den vormodernen Friedenskongressen tatsächlich, wie Salvius zu erkennen gab, von der politischen Macht der Akteure ab, die die Deutungshoheit für sich reklamierten? Das Schaffen von Missverständnissen, Unwissen und Ignoranz wird im Vortrag als kulturelle Technik im vormodernen Friedensprozess beschrieben.

 

 

Weitere Themen in dieser Reihe

Donnerstag, 16. Februar 2023, 19.00 Uhr
Gerd Steinwascher „Vom Westfälischen Frieden zur Friedensstadt – Städtische Erinnerungskultur in Osnabrück“
2023 wird in Osnabrück das 375. Jubiläum des Westfälischen Friedens begangen. In dieser Zeitspanne war der Blick auf den Friedensvertrag von unterschiedlichen Interessen und Ideologien geprägt: Der Friedensvertrag diente städtischer Selbstbehauptung, protestantischer Polemik, fiel als Ausverkauf deutscher Interessen in Ungnade und wurde schließlich im mit großem Aufwand begangenen Jubiläum von 1998 als europäisches Friedenswerk gefeiert. Er diente als Grundlage für das Selbstverständnis Osnabrücks als Friedensstadt. Der Westfälische Frieden ist damit wie wohl kein anderes Ereignis der Osnabrücker Stadtgeschichte ein Beispiel für die ganz unterschiedliche Wahrnehmung und Wertung eines historischen Ereignisses in einer Stadtgesellschaft. Der Vortrag verfolgt die Stationen dieser Erinnerungskultur vom Jahr des Friedensschlusses bis zur heutigen Zeit.

 

Donnerstag, 16. März 2023, 19.00 Uhr
„Die Quellenedition ‚Acta Pacis Westphalicae‘ im 21. Jahrhundert: Genese – Aufbau – Perspektiven“ von Michael Rohrschneider.

2022 jährte sich das Erscheinen des ersten Bandes der historisch-kritischen Quellenedition der Akten zum Westfälischen Frieden („Acta Pacis Westphalicae“, APW) zum 60. Mal. Gegründet mit dem ambitionierten Anspruch, aus einer sorgfältigen wissenschaftlichen Aufarbeitung der Dokumente vergangener Friedensschlüsse zu lernen, wie in der Gegenwart Frieden hergestellt werden könne, ist die Aktenedition der APW bis heute ein Aushängeschild der deutschen Frühneuzeitforschung. Das kleine Jubiläum lädt dazu ein, die interessante Geschichte dieses am Zentrum für Historische Friedensforschung der Universität Bonn angesiedelten Editionsunternehmens Revue passieren zu lassen und am Beispiel des Westfälischen Friedens die angesichts der Konflikte der gegenwärtigen Staatenwelt besonders augenfällige Relevanz der Historischen Friedensforschung aufzuzeigen. Der Vortrag stellt die Edition in Grundzügen vor, zieht eine Zwischenbilanz und zeigt auf, welche Perspektiven sich den APW im ,digitalen‘ 21. Jahrhundert bieten.

 

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