Jahr: 1942/43 | Technik: Öl auf Leinwand | Abmessungen: 100 x 82 cm | Ausstellungsort: Felix-Nussbaum-Haus Osnabrück, Leihgabe der Niedersächsischen Sparkassenstiftung
Pestfahnen, eine zerbrochene Säule und Skelette, die aus dem Pflaster der Straße hervorbrechen: Mit der endzeitlichen Stadtkulisse spielt der Maler Felix Nussbaum auf die Schrecken der Nazityrannei an, die für die jüdische Bevölkerung den sicheren Tod bedeutet. In dieser Zeit ist Nussbaum in einem Versteck in Belgien untergetaucht. Mit dem Beginn der Deportationen in Belgien ab Sommer 1942 weiß Nussbaum sein Leben unmittelbar in Gefahr.
Der Orgelmann ist das Alter Ego des Künstlers. Der Maler erkennt sich in der traurigen Figur des Leierkastenmannes wieder. Sie taucht als Symbol der Melancholie Nussbaums und seines Künstlertums in vielen Bildern auf. Doch selbst das mechanische Spiel an der Orgel hat nun ausgedient, denn die Pfeifen sind zu Knochen geworden und die Kurbel ist verschwunden.
Hat der Orgelmann-Künstler endgültig ausgespielt? Ist er untätig, überflüssig geworden? Diese verstörende Vorstellung wehrt Nussbaum ab. Er greift auf bekannte Motive der christlichen Bildsprache zurück wie die Auferstehung der Toten am Tag des Jüngsten Gerichts. Der künstlerische Aufwand, den Nussbaum mit der Entstehung des Bildes betreibt, scheint im Gegensatz zum endzeitlichen Bildmotiv zu stehen.
Nussbaum weiß, dass die Betrachter seiner Kunst von der christlichen Bildtradition geprägt sind. Er nutzt ihre Symbole und Motive, um die Botschaften seiner Bilder lesbar zu machen. Nussbaum glaubt fest daran, dass sie ihr Publikum finden.
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