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Würde und Anmut

Albrecht Dürer: Melancholie (Melencolia) (1514); © Dürer-Sammlung der Dr. Konrad Liebmann – Stiftung in der Stiftung Niedersachsen

Die Ausstellung "Würde und Anmut", die im wiedereröffneten und erweiterten Felix-Nussbaum-Haus/Kulturgeschichtlichen Museum Osnabrück vom 6. Mai bis 28. August präsentiert wird, stellt mit Werken von Felix Nussbaum und Albrecht Dürer zwei Hauptsammlungen des Museumskomplexes besonders heraus. Werke zeitgenössischer Künstler pointieren die Zusammenschau von "Würde und Anmut" und verdeutlichen die Aktualität des Themas "Würde". Die Ausstellung bildet den Auftakt des Eröffnungsjahres, das den Besuchern unter dem Thema "Die Würde des Menschen" ein umfangreiches Programm mit Lesungen, Vorträgen, Konzerten und Sonderveranstaltungen im Museum anbietet.

Die Auswahl der Werke Albrecht Dürers (1471 – 1528) verdeutlichen, wie die alten Meister zu ihrem damaligen "Menschenbild" kamen. Das Studium der Proportionen hat dabei nur geringen Anteil. Viel wichtiger sind die humanistischen Vorstellungen, die die Würde und Persönlichkeit des Einzelnen in einer ständisch organisierten Gesellschaft herausstellen. Das Abbild des Menschen in der Kunst Albrecht Dürers zeigt das antike Schönheitsideal des nackten Menschen. Die "Würde" des Menschen offenbart sich im harmonischen Verhältnis der Körperproportionen.

Indem das Werk Felix Nussbaums (1904 – 1944) der Kunst der Renaissance gegenüber gestellt wird, eröffnet sich ein neuer Blick auf das Werk des 1944 in Auschwitz ermordeten Künstlers. Der Maler ringt in seinen Bildern um die Unversehrtheit und Würde des Einzelnen im Angesicht des Todes. Dabei entdeckt Nussbaum für seine Kunst die Ausdruckskraft der alten Meister. Seine Figuren werden zu Allegorien in einer sich in Auflösung befindlichen Welt. In Anlehnung an das Statement des Künstlers "Ich wehre mich und werde nicht müde" beleuchtet die Ausstellung die künstlerischen Strategien der Selbstbefragung und -behauptung Nussbaums durch die Malerei. In seinen Selbstporträts zeigt er jene Integrität des Künstlers, um die er so schonungslos gerungen hat.

Ausgewählte Werke zeitgenössischer Künstler ergänzen die Präsentation. Sie fordern zu einer Reflexion über neue Formen ästhetischer Darstellungsmöglichkeiten von "Würde und Anmut" heraus, indem sie die Verletzbarkeit, Begrenzung, Deformierung, aber auch die vielfältige Schönheit des Menschen der Gegenwart in seinem individuellen Dasein zeigen.

Sigalit Landau (geboren 1969 in Jerusalem) richtet in diesem Jahr den israelischen Pavillon auf der Biennale in Venedig aus. Die Videokünstlerin beschäftigt sich mit dem Körper und dessen Verletzbarkeit, und sie fragt nach den Begrenzungen und Deformierungen des Ichs vor dem Hintergrund der politischen Verhältnisse in ihrem Heimatland. Dabei bedient sie sich unterschiedlicher Techniken wie Skulptur, Installation, Video und Performance. Die in der Ausstellung präsentierte Videoarbeit "Barbed Hula" (2000) zeigt die Künstlerin am Strand zwischen Jaffa und Tel Aviv mit einem aus Stacheldraht gewundenem Hula Hoop - Reifen, den sie um den eigenen nackten Körper kreisen lässt. Das eigentlich harmlose Kinderspiel wird zu einem grausam schmerzhaften Akt. Die politische Dimension der Arbeit kommt in der Hintergrundkulisse zum Tragen. Für die Künstlerin ist das Meer die einzige natürliche und friedliche Grenze Israels.

Arnulf Rainer (geboren 1929), der in den 1970er Jahren mit der Überarbeitung eigener und fremder Kunstwerke provozierte, beschäftigt sich intensiv mit der Übermalung fotografischer Werke. Er nutzt in seiner Kunst vertraute Symbole der Darstellung des Leids, überarbeitet sie und findet so zu neuen Bildschöpfungen mit intensiver Wirkung auf den Betrachter. Seine Arbeiten sind Anklagen gegen die Zerstörung individuellen Daseins. In seinen fotografierten Selbstporträts der Werkreihe "Face Farces" verschmelzen die Posen und Grimassen, Entstellungen und Verletzungen mittels der gestischen Übermalung zu einer neuen Ausdrucksgebärde.

Adi Nes (geboren 1966 in Kiryat Gat, Israel) lebt und arbeitet in Israel. Die Themen für seine Fotoaufnahmen findet er in dem Alltagsleben seines Heimatlandes. Er greift für seine Fotografien auf bekannte Vorbilder aus der Kunstgeschichte zurück sowie auf Bilder, die im kulturellen Bild-gedächtnis verankert sind. Die in der Ausstellung präsentierte Fotografie gehört zu der Serie der "Soldaten", mit der Adi Nes die Institution des Militärs und dessen besondere Rolle für die israelitische Gesellschaft kritisch hinterfragt. Die Komposition zitiert das klassizistische Gemälde "Der Tod des Marat" (1793) von Jean Jaques David. Nes zielt mit dieser Arbeit und ihrem kunsthistorischen Vorbild auf die Idealisierung der Armee und die Mythen, die sie in Israel verkörpert. Die Anmut des jungen Mannes, die durch das Arrangement der Komposition herausgestellt wird, steht der Gewalt im Krieg entgegen.

Tal Shochat (geboren 1974 in Natanya, Israel) lebt und arbeitet in Israel. Die Fotokünstlerin inszeniert ihre Bilder, indem sie Motive aus ihrem natürlichen Kontext herauslöst und in ein neues, künstliches Umfeld stellt. Durch das Zusammenspiel der oftmals symbolträchtigen und vielschichtigen Motive befragt sie auf vielschichtige Weise das Thema der Vergänglichkeit. Das in der Ausstellung präsentierte Diptychon stellt einen nackten menschlichen Körper und einen entwurzelten Baum gegenüber. Die weibliche Figur berührt in ihrer zarten Nacktheit, die durch lateinische Bezeichnungen der einzelnen Knochen ihres Körpers beschrieben ist. Der Baum und sein vertrocknendes Geäst als Symbol des Vergehens assoziieren das menschliche Knochengerüst. In diesem Bild verknüpft die Künstlerin die Idee der Vergänglichkeit mit der Suche nach dem Ursprung menschlichen Seins.

Roswitha Hecke (geboren 1944 in Hamburg) lebt und arbeitet in Hamburg. Die Fotografin erkundet oftmals "einfache" Milieus und richtet ihren Blick auf gesellschaftliche Randgruppen. In ihren ungestellten Fotografien zeigt sie beispielsweise Transvestiten, Obdachlose und Prostituierte. Die Fotografin begegnet den Menschen vorurteilslos und zeigt deren Würde und Anmut, die ihnen in der Realität oft abgesprochen werden. In der Ausstellung werden mehrere Arbeiten aus verschiedenen Reihen gezeigt. Darunter auch Bilder der Serie "Liebes Leben. Bilder mit Irene" aus dem Jahr 1978, die zu den bekanntesten der Künstlerin zählen.

Diese und weitere Werke zeitgenössischer Künstler betonen die Zusammenschau von "Würde und Anmut" und verdeutlichen die Aktualität des Themas

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