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Friedrich Vordemberge-Gildewart. Dialog mit dem Tischlerhandwerk

Mit der Ausstellung "Friedrich Vordemberge-Gildewart. Dialog mit dem Tischlerhandwerk" begann am 2. Dezember die Veranstaltungsreihe "Vordemberge-Gildewart – Kunst für eine andere Gesellschaft" zum 50. Todestag (19. Dezember 1962) des 1899 in Osnabrück geborenen konstruktivistischen Künstlers. Bis 2014 wird im Felix-Nussbaum-Haus/Kulturgeschichtlichen Museum und an anderen Orten der Region die Bedeutung Friedrich Vordemberge-Gildewarts für die Entwicklung in Kunst und Design mit zahlreichen Ausstellungen und Veranstaltungen gewürdigt.

Die Grundlage für das künstlerische Schaffen Vordemberge-Gildewarts wurde in der väterlichen Tischlerwerkstatt in der Gildewart 27 in Osnabrück gelegt. "Meine Jugend und Kinderzeit. Handwerkerhaushalt, Spielplatz. Maschinen Werkstatt Holz Holz Holz" ist in den autobiografischen Notizen von v-g zu lesen. Diese frühen Eindrücke im Elternhaus v-gs prägten ein starkes Gefühl für Materialien, für Maserungen und Texturen. Von klein an war ihm der Umgang mit heimischen und tropischen Hölzern vertraut.

Die Tischlerei des Vaters war renommiert. Wer etwas in Osnabrück auf sich hielt, bestellte Möbel bei Vordemberge. Um die väterliche Werkstatt zu übernehmen, machte Friedrich Vordemberge-Gildewart 1918 zunächst seine Gesellenprüfung als Tischler. Um Innenarchitektur zu studieren, ging v-g 1919 nach Hannover. 1920 sind seine Möbel noch stark vom Jugendstil beeinflusst. Der Kontakt mit der Hannoveraner Künstlerszene gibt seiner künstlerischen Orientierung eine andere Richtung. Er beschäftigt sich mit den Gestaltungsansätzen der Avantgarde, die die Entwicklung weg vom Ornament zu klarer, sachlicher Gestaltung propagierte. Deutlich wird an den Gestaltungsgrundsätzen der 20er Jahre, dass Kunst und Gestaltung des Lebensumfeldes aufeinander bezogen sein sollten. Hierin ist die Basis für das künstlerische Schaffen v-gs zu sehen, der in beiden Bereichen tätig blieb: auf der einen Seite die fortgesetzte Entwurfstätigkeit in der angewandten Kunst, auf der anderen Seite der konsequente Weg in die gegenstandslose Malerei, die ihm internationales Renommee einbrachte.

Im v-g-Saal des Felix-Nussbaum-Hauses werden beispielhaft Arbeiten aus dem angewandten Bereich v-gs, zum Beispiel das Wandrelief von 1950, den freien Arbeiten gegenübergestellt. Die Präsentation der Domberger-Serigrafien erlaubt einen Überblick über die gesamte Bandbreite dieser Werke. Die konstruktivistischen Gestaltungsansätze zeigen vor allem die Fotos der an seine Malerei erinnernden Tischplatten, deren Intarsien durch unterschiedliche Hölzer wie konstruktivistische Gemälde aufgebaut sind. Mit den Intarsienkompositionen für die Möbel der Bibliothek des Hauses Seelig von 1928 nimmt v-g direkt Bezug auf seine Malerei. Die Intarsien sind durch die unterschiedlichen Farben und Maserungen verschiedener Hölzer wie seine Bildkompositionen aufgebaut. Die Kombination von Vertikal-Horizontal und Schräge verweist auf zukünftige Bildschemata, die sich von der Strenge des von De Stijl postulierten Aufbaus lösen.

Die Möbel des kombinierten Wohn- und Schlafraums sind streng und ohne Dekor ausschließlich aus dem rechten Winkel heraus gestaltet. Als Linien im Raum sind die Sitzmöbel Zeichen für v-g’s gereiften Möbelgestaltungsstil. Sie stehen in direkter Verbindung und Harmonie mit seinen Arbeiten der Malerei, der Raumgestaltung, der Bauplastik und Typografie und markieren den Beginn eines neuen Abschnitts innerhalb der Beschäftigung Vordemberge-Gildewarts mit Holz und Möbeln.

Seit Ende der 20er Jahre hatte v-g keine Reliefs mehr geschaffen. Mit dem Wandrelief aus dem Treppenhaus des wieder aufgebauten Osnabrücker Elternhauses in der Großen Gildewart aus dem Jahr 1950 knüpft er an die frühen Gemälden der 20er Jahre an, die eine enge Verbindung in Farbe und Form zur elementaren Gestaltung von De Stijl aufweisen. Eine solche Kombination von Kreis und Dreieck, Grund- und Nichtfarben war ab den 30er Jahren nicht mehr zu finden. Auch die im weißen Lattengerüst zu entdeckende Beziehung zu den Initialen v-g macht diese Arbeit zu einer Besonderheit.

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