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Die verborgene Spur. Jüdische Wege durch die Moderne.

© Angela von Brill

Das von Daniel Libeskind entworfene Felix-Nussbaum-Haus Osnabrück feiert im Jahr 2008 sein zehnjähriges Jubiläum und präsentiert zu diesem besonderen Anlass vom 7. Dezember bis 19. April die außergewöhnliche Ausstellung "Die verborgene Spur. Jüdische Wege durch die Moderne" mit hochkarätigen Leihgaben aus bedeutenden Museen Europas und der USA. Welche Spur haben jüdische Künstler in der Kunstgeschichte des 19. und 20. Jahrhunderts hinterlassen? Und wie lässt sie sich entdecken? Die Jubiläumsschau widmet sich der Wirkung jüdischer Kultur und jüdischen Lebens auf die Kunst der Moderne innerhalb der letzten zwei Jahrhunderte. Die Ausstellung steht unter der Schirmherrschaft von Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel.

Das Thema folgt einer grundlegenden Erfahrung, die die Tradition jüdischer Kultur bestimmt: Juden leben in Deutschland und anderen Ländern in der Diaspora (Zerstreuung). Der Grundgedanke des Konzepts beruht auf der Einsicht, dass sich diese Erfahrung in der gesamten jüdischen Kultur bis heute in zahlreichen Zeugnissen niedergeschlagen hat. Ausgewählte Bilder Felix Nussbaums werden mit etwa 100 Exponaten nationaler und internationaler Künstler in Beziehung gesetzt und machen neue Zusammenhänge deutlich.

Die Ausstellung beginnt in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts mit der Blütezeit der Kunst, die sich vor allem in den Metropolen Paris und Berlin herausbildete. Viele Künstler und Intellektuelle jüdischer Herkunft wurden zu Protagonisten einer dynamischen, spannungsreichen Entwicklung. Zu Anfang des Jahrhunderts kamen zahlreiche jüdische Künstler aus den "Shtetln" Osteuropas. Marc Chagall beispielsweise tritt in einen künstlerischen Dialog, indem er die mystische Welt der Chassiden in surrealistischen Bildkombinationen aufleben lässt. Chaim Soutine hingegen wendet sich von jüdischer Tradition ab. Künstler wie Max Liebermann oder Felix Nussbaum entwickeln sich aus einem säkularisierten Verständnis jüdischer Traditionen.

Die Machtergreifung der Nationalsozialisten setzte dieser Kultur ein jähes Ende und diffamiert die Avantgarde als "entartet". In den Werken vieler Künstler und Schriftsteller wird Angst vor Verfolgung und Vertreibung zum Thema.

Nach 1945 entwickeln vor allem die New York School und die London School neue Bildsprachen, wobei vor allem von immigrierten Künstlern wichtige Impulse ausgingen. In den 40er Jahren begründen zum Beispiel Barnett Newman und Mark Rothko den abstrakten Expressionismus als Gegenentwurf zur europäischen Malerei. In London gestalten Künstler wie Lucian Freud und R.B. Kitaj ihre Figurationen gleichsam aus der "menschlichen Asche" heraus. Kitaj formuliert das Konzept einer "diasporistischen Malerei".

Auch heute ist die Shoah in Werken jüdischer und nichtjüdischer Künstler präsent. Unterschiedliche Formen der Erinnerung an jüdisches Leben und ein durch die Shoah geprägtes kulturelles Gedächtnis stehen dabei im Fokus. Es sind Spurenaufnahmen, die in der Ausstellung, unter anderem durch Christian Boltanski oder Rebecca Horn, repräsentiert werden.

Bis in die Kunst der Gegenwart reicht der Spannungsbogen, der über die Last der Erinnerung zu Themen globaler Erfahrung angesichts weltweiter Krisen reicht. Für die Kunst bedeutet diese Situation eine intensive Verflechtung verschiedener kultureller Ausdrucksformen.

"Transit" bezeichnet ursprünglich im Kontext jüdischer Identität den Weg ins Exil und dieser wird heute durch die Auswirkungen weltweiter Krisen zur globalen Erfahrung. Die hebräische Bibel als tragbares Heiligtum und Grundlage vielseitigen und kombinatorischen Denkens hat in der Gegenwartskunst zum Beispiel in Werken von Dani Karavan oder William Kentridge ihren Niederschlag gefunden.

Die zunehmende Globalisierung steht im Kontrast zu kulturellen und territorialen Auseinandersetzungen. Israel ist einer der Kulminationspunkte dieser Konflikte. Diese Prozesse werden von Künstlern wie Larry Abramson und Yael Bartana kritisch begleitet und hinterfragt.

Die Ausstellung lenkt den Blick auf Kunstwerke, die sich auf unterschiedliche Weise diesen Impulsen aus der jüdischen Tradition und der damit verbundenen Diaspora-Erfahrung verdanken. Eine Verknüpfung mit der Architektur des Felix-Nussbaum-Hauses soll dieser "verborgenen Spur” folgen.

Ein Katalog wird alle ausgestellten Werke abbilden und auch durch begleitende Texte in Beziehung setzen. Die Ausstellung wird durch ein umfangreiches Rahmenprogramm ergänzt.

Gefördert wird die Jubiläumsausstellung vom Land Niedersachsen, Ernst von Siemens Kunststiftung, Klosterkammer Hannover, Niedersächsische Sparkassenstiftung, Sparkasse Osnabrück, VGH, Stiftung Stahlwerk Georgsmarienhütte, Felix Nussbaum Foundation, Felix Nussbaum Gesellschaft und Museums- und Kunstverein Osnabrück e.V.

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