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Deutscher Friedenspreis für Fotografie

Emeke Obanor, NG, – ‘Heroes’ ,Gewinner des „Deutschen Friedenspreis für Fotografie“

Zum zweiten Mal hat die Stadt Osnabrück gemeinsam mit der Felix Schoeller Group den 2019 ins Leben gerufenen ‚Deutschen Friedenspreis für Fotografie‘ vergeben. Die Initiatoren haben den Preis aus der besonderen Geschichte der Stadt ins Leben gerufen. Als Ort des Westfälischen Friedensschlusses von 1648 versteht die Stadt Osnabrück ihre Geschichte als Auftrag für friedenspolitisches Engagement.

Mitschnitt der Live Übertragung des Deutschen Friedenspreis für Fotografie und des Nachwuchspreis des Felix Schoeller Photo Award 2021 im Museumsquartier Osnabrück

Der Gewinner des Deutschen Friedenspreis für Fotografie 2021 ist Emeke Obanor. In seiner Arbeit »Heroes« zeigt der Nigerianer von der Terrororganisation Boko Haram entführte Mädchen, denen eine Rückkehr in die Freiheit gelungen ist. Obwohl die Mädchen während ihrer Gefangenschaft radikalisiert wurden, haben sie nicht den Glauben und den Mut verloren, für ihre Ausbildung und damit eine bessere Zukunft zu kämpfen.
Für Emeke Obanor ist die Kamera ein Mittel, soziale Ungerechtigkeit aufzudecken und so Veränderungen zu bewirken. Seit drei Jahren arbeitet er professionell als Fotograf in seiner Heimat Nigeria, wo er zugleich mit seinem Hilfsprojekt „Greenleaves Heritage“ ein Zentrum für Opfer von Gewaltkonflikten und sexuellem Missbrauch aufbaut. Die Fotografie treibt den 48-jährigen aus Effurun (Nigeria) an, weil sie die Macht hat, Veränderungen herbeizuführen, Emotionen zu wecken und möglicherweise sogar die Weltanschauung der Menschen zu verändern.
Emeke Obanor hat an der Universität von Calabar in Nigeria studiert. Er hat bereits eine Reihe von internationalen Auszeichnungen erhalten. http://emekeobanor.com/

In der Ausstellung ebenfalls zu sehen ist die Preisträgerin sowie die Nominierten für die Kategorie „Beste Nachwuchsarbeit” des Felix Schoeller Photo Award. Den Titel „Beste Nachwuchsarbeit 2021“ vergibt die Jury an Shirin Abedi. Die im Jahr 1996 im Iran geborene und im Alter von sieben Jahren nach Deutschland migrierte Fotografin widmet sich mit ihrer poetischen Bildserie »May I Have This Dance?« der iranischen Ballettszene, die sich für die Selbstbestimmung, Freiheit und Gleichheit einsetzt - in einem Land, wo laut iranischem Gesetz Unmoral und Unzucht die Folge von sinnlichem Tanz sind.  Während die Abschaffung des Balletts während der Revolution die Unabhängigkeit vom Westen symbolisierte, steht der Tanz heute für die Sehnsucht einer Generation nach westlicher Freiheit.

 

Die Begründung der Jury
„Dem nigerianischem Fotografen Emeke Obanor ist es mit seiner Arbeit Heroes gelungen, den Gräueltaten der Sekte Boko Haram anmutige und klare Bilder entgegenzusetzten.
Konzentriert auf wenige Bildelemente portraitiert er junge Frauen, die in der Hoffnung auf ein besseres und freies Leben, den Mut haben wieder in die Schule zu gehen. Ein Globus, bunte Stifte oder ein Buch verdecken ihre Gesichter, um sie in ihrer Anonymität zu schützen und stehen gleichzeitig auch als Metaphern für Weltoffenheit und Aufbruch durch Bildung. Obanor besitzt ein außergewöhnliches Gespür für feinfühlige und tiefgehende Portraits. Durch die ästhetische Schlichtheit seiner Portraits, die lesbaren Details im Bild und dem Hintergrundwissen zum Leid dieser Mädchen, baut sich dem Betrachter eine Spannung auf, die nachdenklich macht.
Emeke Obanor zeigt uns mit dieser herausragenden Arbeit nicht nur seine hoffnungsvollen Heldinnen, sondern auch ihren weiteren Weg in eine selbstbestimmte Zukunft in Frieden. Heroes ist eine starke und beindruckende Foto-Serie, die den Deutschen Friedenspreis für Fotografie in wunderbarer und beindruckender Weise repräsentiert.“

Nominierte des Deutschen Friedenspreises für Fotografie 2021

Reto Klar, Deutschland
„Life between home and hell: Refugees in Camp Moria on Lesbos“
Konzept: Ich bat Flüchtlinge, mir ihr letztes Handyfoto aus glücklichen Tagen in ihrem Heimatland zu zeigen. Dieses Foto habe ich dann in der Hand des Besitzers fotografiert. Als Gegenbild habe ich ein aktuelles Foto von den Flüchtlingen in ihrer jetzigen Situation im Lager gemacht und fotografiert, wie sie jetzt leben. Mit der Serie wollte ich zeigen, dass die Flüchtlinge ein Leben hatten, bevor sie flohen, und dass sie Menschen sind wie wir. Ich hoffe, dass ich ihnen mit dieser Fotoserie ein wenig Würde zurückgeben kann.

Antonio Aragon Renuncio, Spanien
“I Wanna Be Messi”
Konzept: Fußballspielen ist kein Privileg, es ist ein Recht. Laut dem Übereinkommen über die Rechte des Kindes ist Fußballspielen eine universelle Sprache für Millionen von Menschen auf der ganzen Welt, unabhängig von ihrer Nationalität, Sprache oder Religion.
In Togo gibt es ein Zentrum für Kinder mit Behinderungen, das sich insbesondere um die Verbesserung ihrer Lebensqualität kümmert. In Afrika sind Kinder mit Behinderungen einem hohen Risiko von Missbrauch und Vernachlässigung ausgesetzt. Die Menschen glauben, dass Behinderungen auf eine göttliche Strafe zurückzuführen sind. Diese Minderjährigen (die als "Schlangen" bekannt sind, da sie auf dem Boden liegen) werden als Dämonen betrachtet und in Ritualen im Fluss ertränkt, damit die Schlange verschwindet.
Doch für diese Kinder im Don Orione Center dreht sich alles um Fußball. Sie alle sind Messi. Fußball bringt Frieden für ihre Seelen und Freiheit für ihren Verstand... Es ist mehr als ein Spiel. Jedes Kind träumt davon, der neue Star des "schönen Spiels" zu werden, auf der Suche nach seinem nächsten Tor...

Ako Salemi, Iran
“Afghanistan: The Color Awakens”
Konzept: Afghanistan, das mehr als drei Jahrzehnte Krieg hinter sich hat und weit über eine Million Tote zu beklagen hat, scheint sich zaghaft auf den schwierigen Weg zur Stabilität zu machen. Eine Generation von Afghanen mittleren Alters, deren Leben mit dem bitteren Geschmack von Unsicherheit und Armut erfüllt war, hofft auf eine bessere Zukunft für ihre Kinder und die kommenden Generationen. Auch die afghanischen Frauen, die jahrelang unter der harten frauenfeindlichen Herrschaft der Taliban gefesselt waren, haben ihren rastlosen Kampf für mehr Freiheiten aufgenommen. So bleibt Afghanistan gefangen zwischen seiner stolzen, weit zurückliegenden Vergangenheit, seiner viel schwierigeren jüngeren Geschichte und der Hoffnung auf eine neue Zukunft. In den letzten Jahrzehnten wurde das Land gequält und brutalisiert. Heute kämpft das Volk darum, den Staub der langen Kriegsjahre abzustreifen. Unter der ersten Schicht des grauen, kalten Kampfes streben sie danach, Afghanistan wieder so zu sehen, wie es sein sollte: strahlend in schönen Farben.

Hamed Sodachi, Iran
“Sunrise”
Konzept: Ein Kriegszustand steht im Gegensatz zu Existenz und Nichtexistenz. Der Kampf ums Dasein macht den Krieg romantisch. Im Krieg verwandeln sich die Bedeutungen im Schatten Nichtseins, und das Dasein verwandelt die Bedeutung des Nichts.
Alles atmet anders unter der Asche des Todes.
Motivation für den Krieg und Motivation für den Frieden. Aber die Kraft und die friedliebende Natur der Frauen, Kinder und Männer lenken den Krieg in eine andere Richtung.
Die Sonne geht morgens auf und abends unter, und die Jahreszeiten ändern sich ständig gegen den Überdruss derer, die Gewalt wollen. Sie ziehen alles dem Tod entgegen. Aber die frischen Knospen des Jasmins blühen wieder. Ich bin hier. Deshalb lebe ich.

 

Die Jury Deutscher Friedenspreis für Fotografie
Michael Dannenmann ist ein international renommierter Porträtfotograf aus Düsseldorf, von Beginn an Juryvorsitzender des Felix Schoeller Photo Awards und Kurator zahlreicher Ausstellungen.

Simone Klein ist Art Advisor sowie unabhängige und öffentlich bestellte und vereidigte Gutachterin für Fotografie in Köln. Sie ist Mitglied des Geschäftsführenden Vorstands der Deutschen Gesellschaft für Photographie (DGPh).

Clara Maria Sels ist Inhaberin der Galerie Clara Maria Sels in Düsseldorf, die sie 1989 gründete. Zu ihren ersten betreuten Fotokünstlern gehörten unter anderen Duane Michals und Francesca Woodman. Sie ist Gründerin des Duesseldorf Photo Weekend.

Nils-Arne Kässens ist Direktor des Museumsquartiers Osnabrück. Er wurde Ende 2016 mit dem Konzept „Museum als Friedenslabor” an das Haus geholt.

Ulrich Schneckener ist seit 2009 Professor für Internationale Beziehungen & Friedens- und Konfliktforschung an der Universität Osnabrück. Seit 2016 ist er Vorsitzender des Vorstandes der Deutschen Stiftung Friedensforschung (DSF).

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