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43. Faktisch waren wir schon seit 2014 im Krieg

Plakate „STOP #Putin’s War | Frieden/Krieg“ und „Frieden für die Ukraine | Frieden für Europa“

Faktisch waren wir schon seit 2014 im Krieg“, sagt Valeria, während sie gegen eine pro-russischen Kundgebung demonstriert. Valeria kommt aus der Ukraine, aus Summe, hat in Charkiw internationale Wirtschaftsbeziehungen studiert und machte ein Auslandssemester in Spanien. Dann kam der Krieg und sie musste fliehen und ihre Heimat zurücklassen.

Charkiw ist mittlerweile zerstört, ihre Mutter und Großmutter ließ sie in der Ukraine zurück. So wie viele andere. Am 24. Februar 2022 marschierte die russische Armee in die Ukraine ein. Vermutlich, um ein pro-russisches Regime in der Ukraine einzuführen. Doch der Konflikt zwischen Russland und der Ukraine besteht schon seit 2014. Ab dem 20. Februar 2014 kam es im Osten und Südosten zu Kampfhandlungen und zur anschließenden Annexion der Krim. Seit 2022 hat der Krieg in der Ukraine nun eine neue Dimension erreicht und betrifft das gesamte Territorium. Über den Krieg wurde und wird viel diskutiert; ein Krieg, dessentwegen viele Ukrainer – insbesondere Frauen und Kinder – nach Deutschland flüchten. Die Stadt Osnabrück hat bis zum 17. Juni 2022 allein 5.620 Geflüchtete aufgenommen.

Doch auch hier geht der Konflikt weiter. Seit Beginn der russischen Invasion in der Ukraine protestieren viele sogenannte Russland-Deutsche auf der Straße; zu Beginn noch gegen die Diskriminierung von „Russland-Deutschen“. Mittlerweile sind es eher pro-russische Demos geworden. Hierbei sympathisiert man mit Putin; der Konflikt sei überspitzt dargestellt oder andere europäische Länder seien eigentlich Schuld.

Und es gibt andere Kritik. Der russische Geiger Dmitry Smirnov gewann 2021 den Osnabrücker Musikpreis und erhielt diesen 2022 im Rahmen eines Preisträgerkonzertes. Der ukrainische Botschafter Adreij Melynyk verkündete daraufhin in den Socila-Media-Kanälen, er würde nie wieder Osnabrück besuchen. Grund dafür sei die Musikauswahl des Geigers gewesen. Der Krieg findet also nicht nur auf ukrainischem Gebiet statt. Viel mehr verlagert er sich in andere Städte wie Osnabrück. Bei einer Demo am 1. Mai 2022 standen Teilnehmer einer pro-russischen Demo Menschen gegenüber, die gegen den Angriffskrieg demonstrierten. Dazwischen saßen Menschen, die generell gegen Rassismus demonstrierten. So wird also der Konflikt nicht nur verbal in anderen Ländern weitergeführt. Vielmehr zeigt dieses Bild auch, wie wenig Aufmerksamkeit diese Demonstrationen selbst bekommen.

Mittlerweile liegt der Fokus nicht mehr auf den Demonstrationen und dem Krieg, sondern vermehrt auf der Integration der Geflüchteten. So wird diskutiert, ob und wie ukrainische Geflüchtete bevorzugt werden, da sie angeblich eine höhere Stellung besitzen, weil sie aus Europa stammen. Besonders in der Kritik steht, dass sie im Vergleich zu anderen Geflüchteten schneller bei den Behördengängen vorankommen und die allgemeine Hilfsbereitschaft ihnen gegenüber höher sei. Ebenfalls wird kritisiert, dass ukrainische Hochschulabschlüsse und Ausbildungen anerkannt werden, was bei anderen Geflüchteten seltener der Fall ist.

Am 24. Februar 2023 war der erste Jahrestag des russischen Überfalls auf die Ukraine. Noch immer führt dieser Krieg innerhalb Europas zu vielen Diskussionen und ist eines der dominierenden Themen. Aufgrund dessen wurde anlässlich des Jahrestages zwischen Osnabrück und Münster eine sogenannte Friedenskette organisiert; Ein Symbol gegen den Krieg und für Frieden und Gerechtigkeit in Europa. Die Botschaft der Aktion lautete: „Wir sind viele! Werdet Teil einer großen Menschenkette. Jeder Mensch ist gebraucht, um gemeinsam die Stimme für den Frieden zu geben“. Es wurde gegen den Krieg demonstriert, aber es sollte mit dieser Botschaft zugleich gezeigt werden, dass die Menschen ihre Heimat verloren haben und diese verlassen mussten.

Auch Valeria kam nach Deutschland um dem Krieg zu entgehen. Sie sagt: „Die Ukraine ist meine Heimat, ich wollte nie woanders leben“. Mittlerweile sind einige ukrainische Flüchtlinge aus dem Norden und Westen des Landes wieder zurückgekehrt. Diesen Plan hat Valeria ebenfalls, aber sie merkt an: „Ich weiß nicht, in was für ein Land ich dann zurückkehren werde, was dann noch übrig ist.“

(Julian Egbert mit Friedrich Brüggemann und Paulina Kropp)

 

 


Steckbrief

Titel: Plakate „STOP #Putin’s War | Frieden/Krieg“ und „Frieden für die Ukraine | Frieden für Europa“
KünstlerIn/HerstellerIn: www.friedenskooperative.de
Material/Technik: Karton, bedruckt
Herstellungsort: unbekannt
Datierung: Frühjahr 2022 (nach 25. Februar)
Maße: je 21 x 29,7 cm
Aufbewahrungsort: Museumsquartier Osnabrück, A 5838 a/b

 

Wegen Umbau geöffnet

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