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Körper oder Utopie

Weitere Infos zur Veranstaltungsreihe:
-       Eintritt frei
-       ohne Anmeldung  
-       im Rollstuhl erreichbar 
-       ggf. auf Anfrage: Übersetzungen in Deutsche Gebärdensprache (DGS)

Unsere Körper sind die Orte unseres Fühlens, Denkens und Handelns. Aber inwiefern sind sie auch Teil von Utopien? Stellen wir uns eine Gesellschaft ohne zugeschriebene Geschlechter und Körpernormen vor: Wie würden wir uns begegnen? Welche Rollen spielen dann noch unsere (soziale) Herkunft, sexuellen Orientierungen sowie geschlechtliche Identitäten und ihre Ausdrücke?

Die Veranstaltungsreihe „Körper oder Utopie“ lädt dazu ein, über diese Fragen nachzudenken, sie zu diskutieren und gemeinsame Utopien zu entwerfen. Dabei setzen wir uns kritisch mit gesellschaftlichen Realitäten des Ausschlusses auseinander. Gemeinsam finden wir heraus, wie unsere Utopien aussehen können und wie diese auf die Verortung unserer Körper wirken.

Die Veranstaltungsreihe ist ein gemeinsames Angebot von der Buchhandlung zur Heide, Fokus e.V. sowie der Kunsthalle und des Museumsquartiers Osnabrück.

 


23.6.24 | 16 Uhr | Kunsthalle Osnabrück
binär
Lesung & Gespräch mit Luise Kamisek
In der queer-feministischen Utopie „binär“ wagt Luise Kamisek ein Gedankenexperiment: Die Zweigeschlechterordnung gehört längst der Vergangenheit an und wird nur noch in einer Art Untergrundorganisation gelebt. Hauptcharakter Tille taucht in die „binäre Bewegung“ ein und bekommt Zweifel: War die Abschaffung der binären Geschlechterordnung am Ende vielleicht doch keine so gute Idee?
Ein hochaktuelles Debüt über Identitäten, Diskriminierung und die Grenzen persönlicher Freiheit.

Luise Kamisek wurde 1990 in Essen geboren und studierte Politikwissenschaft und Angewandte Ethik in Jena. Seit 2014 wohnt Luise Kamisek in Leipzig und arbeitet dort derzeit in einer Naturschutzorganisation. „binär“ ist Luise Kamiseks erster Roman.

Hairy Queen – Warum Körperbehaarung politisch ist
28.7.24 | 16 Uhr | Garten des MQ4
Lesung & Gespräch mit Franziska Setare Koohestani
Unser Umgang mit Körperbehaarung hat wenig mit Hygiene und Körperpflege zu tun, sondern vielmehr mit den patriarchalen, rassistischen und kapitalistischen Normen, die unsere Gesellschaft verinnerlicht hat. Ausgehend von historischen, kulturellen und medizinischen Quellen sowie persönlichen Erfahrungen erklärt Franziska Setare Koohestani – die sich selbst als Hairy Queen bezeichnet -, warum Körperbehaarung politisch ist und weist den Weg in eine Welt, in der Hairy Queens das Sagen haben und wir mit unserem Körperhaar endlich so umgehen können wie mit Kleidung: selbstbewusst, spielerisch und kreativ. ‚Cause Baby, we were born this way.

Franziska Setare Koohestani wurde 1996 in Köln geboren und bezeichnet sich selbst als „Hairy Queen“. Sie studierte Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft und ist als freie Journalistin tätig. In ihrer Arbeit beschäftigt sie sich vor allem mit Diskriminierung, Migration, Aktivismus, Pop- wie Subkultur – und mit Schönheitsnormen.

1.9.24 | 16 Uhr | Garten des MQ4
Brüste – eine Anthologie
Lesung & Gespräch mit Miku Sophie Kümel & Linus Giese
Wer darf seine Brüste offen zeigen und wer nicht? Was sagt die Betrachtung und ständige Beurteilung dieses Körperteils über unsere Gesellschaft aus? Wie funktioniert Sexualisierung, was sind die Mechanismen dahinter und wie machen wir uns von ihnen endlich frei? Was würden wir im Gespräch über Brüste gern mal laut aussprechen oder schwarz auf weiß lesen? Und was können wir nicht mehr hören? Mit diesen und weiteren Fragen setzen sich die Autor:innen des Sammelbands „Brüste“ in ihren Texten auseinander und schließen damit eine große Lücke: vielstimmig, gewichtig, inspirierend.

Linus Giese (Hrsg.) hat Germanistik studiert und lebt und arbeitet seit November 2017 als Blogger, Journalist und Buchhändler in Berlin. 2020 erschien sein Debüt „Ich bin Linus – wie ich der Mann wurde, der ich schon immer war über sein Coming-Out und Leben als trans Mann“. Seitdem veröffentlichte er Beiträge in Anthologien und ist als Übersetzer tätig.
Miku Sophie Kühmel (Hrsg.), geboren 1992 in Gotha, hat Literatur- und Medienwissenschaften in New York und Berlin studiert. Mit ihrem Romandebüt „Kintsugi“ stand sie auf der Shortlist des Deutschen Buchpreises und erhielt den Literaturpreis der Jürgen-Ponto-Stiftung sowie den aspekte-Literaturpreis. 2022 erschien ihr zweiter Roman „Triskele“. Sie lebt und arbeitet als freie Schriftstellerin in Berlin.

20.10.24 | 16 Uhr | Kunsthalle Osnabrück
Orlando, meine politische Biografie
Filmvorführung
In „Orlando“ (1928) erzählt Virginia Woolf die Geschichte eines jungen Mannes, der am Ende eine Frau ist. Knapp 100 Jahre nach dem Erscheinen des Romans, der heute als queerer Schlüsseltext gilt, schreibt Philosoph und trans Aktivist Paul B. Preciado einen filmischen Brief an Woolf und ruft ihr zu: Deine Figur ist wahr geworden, die Welt ist heute voller Orlandos! In seinem Film zeichnet er seine eigene Verwandlung nach und lässt 25 andere trans und nicht-binäre Menschen im Alter zwischen 8 und 70 Jahren zu Wort kommen. Sie alle schlüpfen in die Rolle Orlandos.

Paul B. Preciado (Regie & Buch) ist Autor, Kurator sowie Philosoph. 1970 in Spanien geboren, lebt er heute in Paris. Er gilt als einer der führenden Denker im Bereich der Gender Studies und Body Politics. Seine Bücher zählen zu den zentralen zeitgenössischen Texten zu queerer Theorie und Kunst und trans/nicht-binärem Aktivismus.

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