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46. Von der NATO-Kaserne zum Aufnahmezentrum

Etwa 20 Kilometer von Osnabrück entfernt liegt Hesepe. Hesepe ist ein nördlicher Ortsteil von Bramsche, den man innerhalb von ca. 20 Minuten mit dem Zug von Osnabrück aus erreicht. Ist man an der Haltestelle Hesepe angekommen, kann man nach einem 15-minütigen Fußweg das heutige „Ankunftszentrum Bramsche“ erreichen. Es ist neben dem Standort in Braunschweig das zweite niedersächsische Ankunftszentrum. Wer nach Niedersachsen migriert, muss sich in einem der beiden Standorte registrieren lassen.

 

Das Ankunftszentrum Bramsche beherbergt schon seit über 36 Jahren unterkunfts- und schutzsuchende Menschen. Bei seiner Inbetriebnahme im Jahr 1989 trug das Lager – wie auf dem Hinweisschild zu lesen – die Bezeichnung „Grenzdurchgangslager Osnabrück-Bramsche“ und war ursprünglich eine aus der Not geborene Lösung für die Aufnahme deutschstämmiger Spätaussiedler:innen, die noch vor der „Wende“ aus der Sowjetunion einreisten: Als der Zuzug 1988 stark anstieg, erschöpfte sich schnell die Kapazität der leerstehenden Wohnungen in Bramsche, die durch den Abzug niederländischer Truppen entstanden war. Als Lösung wich man auf die leerstehende ehemalige NATO-Kaserne in Hesepe aus, die in kürzester Zeit umgebaut wurde.

 

Dank der Arbeit und Hilfsbereitschaft der Bramscher Bevölkerung und des Staatsschutzes konnten schon 1988, noch bevor die Kaserne offiziell Grenzdurchgangslager wurde, 497 Menschen in dem Zwischenlager eine besondere Weihnachtsfeier erleben.

 

Im Jahre 2000 wurde der Standort Bramsche, der sich über insgesamt 17,4 Hektar erstreckt und an ein Wohngebiet grenzt, zur Landesaufnahmestelle, die Unterkunft für Spätaussiedler:innen und jüdische Emigrant:innen aus der ehemaligen Sowjetunion sowie andere Zugewanderte bot. 2004 wurde entschieden, dass die Kasernenanlage aus den 1960er Jahren ausschließlich als Gemeinschaftsunterkunft für Migrant:innen fungieren soll, bevor im Jahr 2014 eine Erstaufnahmestelle für Asylsuchende der Landesaufnahmestelle Niedersachsen die Räumlichkeiten bezog. Seit November 2016 ist der Standort Bramsche ein Ankunftszentrum, in dem geflüchtete Menschen in Niedersachsen registriert und untergebracht werden. Hier werden auch Asylanträge gestellt. Die Kapazität beträgt aktuell 1.020 Personen.

 

Während der 2010er Jahre schwankte die Einstellung der Bevölkerung zur Einrichtung. Einerseits gab es großes Engagement von Vereinen und Einzelpersonen für die Unterkunft sowie die dort untergebrachten Schutzsuchenden, das sich unter anderem im Auftreten gegen rassistische Denk- und Handlungsmuster zeigte. Andererseits bestand ein Unsicherheitsgefühl aufgrund des nicht zu leugnenden Einflusses der Aufnahmestelle auf den Alltag in Hesepe. Jene Unsicherheit wurde gerade immer dann spürbar, wenn Hesepe überbelegt und die Infrastruktur des Lagers überlastet war.

 

Auch in jüngerer Vergangenheit bleibt das Geschehen um das Lager in Hesepe ambivalent. Zum einen fühlen sich Bewohner:innen immer wieder rassistisch bedroht. Nicht von ungefähr ist die Rate der Suizidgefährdeten in solchen Einrichtungen bedenklich hoch. Zum anderen setzen sich Menschen langfristig für eine Verbesserung der Lebensumstände sowie für eine gelingende Integration von Migrant:innen aus dem Ankunftszentrum ein.

 

(Corinna Thye)

Wegen Umbau geöffnet

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