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سَاعَةٌ .41 – die Uhr –eine arabisch-deutsche Annäherung

سَاعَةٌ – die Uhr Junghans

Seit Beginn des syrischen Bürgerkrieges im Jahre 2011 flüchteten rund 5,6 Millionen Menschen aus dem Land (Stand: Juli 2022). Mehr als eine Million davon kamen über das Mittelmeer und stellten in der Europäischen Union einen Asylantrag (Stand: Ende 2021). In Deutschland begannen die Zahlen der Migrant*innen im Jahr 2015 deutlich zu steigen und der lange Zeit gültige Höchststand an Asylanträgen wurde übertroffen.

Die Ankommenden wurden bei ihrer Ankunft anfangs von vielen freiwilligen Helfer*innen herzlich empfangen und diese Willkommenskultur wurde von einem großen Teil der Bevölkerung unterstützt. In vielen Medien entstand jedoch bald das Bild einer „Flüchtlingskrise“, was vielfach von Rechtspopulist*innen wie beispielsweise der Anfang 2015 kurz vor dem Aus stehenden Partei „Alternative für Deutschland“ (AfD) genutzt wurde, um Ängste zu schüren und Wähler*innen zu gewinnen. Das gelang auch teilweise, wodurch sich die Willkommenskultur vielerorts zu Vorsicht oder sogar Ablehnung wandelte. Es fanden und finden sich jedoch weiterhin noch Menschen, die Geflüchteten das Ankommen und Einleben erleichterten.

Auch Familie Sh. nahm den weiten Weg aus Syrien auf sich. Mit zwei Kindern kamen sie 2016 aus der Nähe von Damaskus über Oldenburg nach Wallenhorst. Um sich das Einleben in Deutschland zu erleichtern, nahm das Lernen der deutschen Sprache einen hohen Stellenwert für die Familie ein. Um dies in den Alltag zu integrieren, verteilten sie in ihrer Wohnung kleine Karteikarten mit den deutschen und arabischen Vokabeln. So konnten sie jede Gelegenheit zum Lernen der Sprache nutzen.

Die Wanduhr ist einer der Gegenstände, an den eine solche Vokabelkarte geklebt wurde. Sie war ein Geschenk eines Nachbarn an die Familie und somit ein Zeichen für ein herzliches Willkommen in Deutschland. Es handelt sich um einen Regulator des Herstellers Junghans. Sie wurde vermutlich in den 1940er Jahren gebaut, im nachgeahmten Stil der 1920er. Die Karteikarte wurde auf die Glasscheibe geklebt, sodass sie bis heute sofort ins Auge fällt.

2016 zog die Familie in eine andere Wohnung und bekam neue Möbel. Die Uhr brauchten sie dadurch nicht mehr, weswegen sie als Schenkung der Familie in den Besitz des Museums überging. Äußerlich war sie in gutem Zustand; das Schlagwerk war allerdings damals defekt. Es wurde ausgetauscht und nun tickt die Uhr mit der aufgeklebten Karteikarte im „Kulturgeschichtlichen Museum“ in der Ausstellung „Stadtspuren“. Dort ‚erzählt‘ sie etwas über die Migrationsgeschichte der Stadt und Region Osnabrück.

(Sanja Leptien)

 

 


Steckbrief

Titel: سَاعَةٌ – die Uhr
KünstlerIn/HerstellerIn: Junghans
Material/Technik: Holz, Metall, Glas
Herstellungsort: West Germany
Datierung: 1940er Jahre
Maße: 78,50 x 34,40 x 16,90 cm
Bemerkungen: funktionstüchtig; derzeit in der stadtgeschichtlichen Dauerausstellung „Stadtspuren“ des Museumsquartiers ausgestellt
Aufbewahrungsort: Museumsquartier Osnabrück, A 5777/1

Wegen Umbau geöffnet

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