Die Veranstaltungsreihe „Körper oder Utopie“ lädt 2026 ein, über folgende Fragen nachzudenken: Welche Utopien lassen unsere Körper an eine andere Zukunft denken? Welche Hoffnungen brauchen sie und somit auch wir, um uns trotz, oder gerade wegen globaler Krisen neue Welten des Zusammenlebens vorzustellen? Wo können wir alternative Denkanstöße oder sogar Antworten finden?
Wir schauen kritisch auf gesellschaftliche Debatten, suchen Hoffnung und lassen uns von queer-feministischen Perspektiven aus der Science-Fiction inspirieren, wie neue Welten entstehen können: mit anderen Beziehungen, Identitäten und Formen von gleichberechtigten Gemeinschaften. Denn unsere Körper sind Orte unseres Fühlens, Denkens und Handelns. Dabei bestimmt ihre Gegenwart auch, wie wir leben und wie wir miteinander umgehen.
„Körper oder Utopie" ist ein Kooperationsformat von der Buchhandlung zur Heide, Fokus e.V., der Kunsthalle Osnabrück und dem Museumsquartier Osnabrück.
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Hoffen, wenn die Welt schmerzt
14.6.26 | 16 Uhr | Museumsquartier Osnabrück
Comic-Präsentation & Gespräch mit Lea Ebeling
Eine ethnografische Studie über Weltschmerz und Zukunftsimaginationen und eine politische Reflexion über die transformative Kraft des Hoffens als Widerstandspraxis.
In einer von Krisen erschütterten Welt, in der soziale Proteste und die Forderung nach Frieden und Gerechtigkeit in Gewalt und Zynismus untergehen, begibt sich die Protagonistin Leo auf die Suche nach Hoffnung. Wie entsteht sie und wie kann man sie erhalten in einer Zeit, in der es leichter geworden ist, sich das Ende der Welt vorzustellen als das Ende des Kapitalismus? Leo spricht mit Aktivist:innen und fragt nach ihren Wünschen für die Zukunft.
Es sind vielfältige Geschichten davon, wie eine bessere Welt aussehen könnte, aber vor allem, wie es sich anfühlt, in so einer Welt zu leben. Eine Erzählung, die Hoffnung schafft, dass bessere Zukünfte möglich sind.
Lea Ebeling ist Ethnolog:in, Illustrator:in, Wandbildkünstler:in, Comiczeichner:in und Autor:in. Ebelings Arbeit verbindet künstlerische Praxis mit ethnografischen Forschungsmethoden und sozialwissenschaftlicher Expertise.
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Proxi. Eine Endzeit-Utopie
12.7.26 | 14 Uhr | Kunsthalle Osnabrück
Lesung & Gespräch mit Aiki Mira
Queer und visionär - Science Fiction Cyberpunk.
Proxi ist eine virtuelle Realität, die ein zweites Leben mit neuen Identitäten ermöglicht. Als ein Virusangriff diese Realität zerstört, ist das für viele ein Weltuntergang: Teile ihres Lebens, ihres Selbst sind für immer ausgelöscht. Die trans Frau Monae, die E-Sportlerin Kawi und Dion, eine KI im Biosynth-Körper wollen ihre verlorene Welt zurück. Zusammen begeben sie sich auf die Suche nach der versteckten Sicherheitskopie von Proxi.
Ein Roadtrip durch eine von Klimakrise und Biohacking veränderte Landschaft beginnt. Schnell wird klar: Die drei sind aufeinander angewiesen. Um zu überleben und ihr Ziel zu erreichen, müssen sie einander vertrauen - doch nicht alle verfolgen das gleiche Ziel …
Aiki Mira schreibt Romane, Kurzgeschichten und Essays, die u. a. bei Zeit Online und SWR-Kultur erschienen sind. Aikis Kurzgeschichten wurden mehrfach mit dem Deutschen Science-Fiction Preis ausgezeichnet und ins Englische, Französische und Chinesische übersetzt.
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Anti-Opfer – Warum wir Verletzlichkeit verachten
13.9.26 | 16 Uhr | Museumsquartier Osnabrück
Lesung & Gespräch mit Alice Hasters
In Talkshows, in Bundestagsdebatten, am Abendbrottisch – überall wird über »Opfer« gesprochen. Doch zunehmend sind damit nicht Menschen gemeint, denen Unrecht widerfahren ist. Sondern solche, die die Harmonie stören, als verweichlicht gelten, andere herunterziehen oder sich über sie stellen wollen. »Opfer« – das ist längst ein Vorwurf geworden. Wenn Menschen nicht so viel jammern würden, heißt es, hätten wir nicht so viele Probleme. Was passiert in unserer Gesellschaft, wenn Sensibilität als elitär gilt, das »Recht des Stärkeren« dagegen als egalitär und authentisch?
In ihrem neuen Buch beschreibt Alice Hasters einen medial verstärkten kulturellen Wandel, der nicht zufällig mit einem Aufschwung von Autoritarismus und Faschismus einhergeht. Doch auch diese Systeme brauchen »Opfer«: vermeintlich fragile, verwundbare Figuren, die es zu schützen gilt, um die Politik der Härte zu rechtfertigen – Frauen und Kinder, die »europäische Kultur« oder der »Wohlstand«. Mit intellektueller Unruhe und unbeirrter Klarheit benennt Hasters die verheerenden Folgen dieser Politik und stellt ihnen die politische Kraft der Verbundenheit gegenüber.
Alice Hasters wurde 1989 in Köln geboren. Sie lebt und arbeitet als Autorin und Publizistin in Berlin. Sie war unter anderem für die Tagesschau tätig und moderierte bei Deutschlandfunk Nova und dem RBB. Mit »Anti-Opfer« veröffentlicht sie ihr 3. Sachbuch.
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Lesbian Space Princess
11.10.26 | 18 Uhr | Kunsthalle Osnabrück
von Leela Varghese und Emma Hough Hobbs | Filmvorführung (FSK: 16)
Die introvertierte Prinzessin Saira, Tochter der flamboyanten lesbischen Königinnen des Planeten Clitopolis, ist am Boden zerstört. Ihre Freundin, die Kopfgeldjägerin Kiki, hat Schluss gemacht. Saira ist ihr zu anhänglich. Doch als Kiki von den Straight White Maliens – vergessenen Incels der Zukunft – entführt wird, muss Saira ihren geschützten queeren Raum verlassen, um den Entführern das zu bringen, was sie fordern, damit sie Kiki freilassen: die königliche Labrys, mächtigste Waffe der lesbischen Zivilisation. Das Problem an der Sache ist allerdings, dass sie die gar nicht hat und ihr nur 24 Stunden bleiben, um sie zu beschaffen und Kiki zu retten …
Saira begibt sich auf eine inter-gay-laktische Selbstfindungsreise, auf der sie mit einem verdächtigen Raumschiff konfrontiert wird und sich mit der Ausreißerin Willow anfreundet. Eine humorvolle, krawallige und bonbonbunte animierte Abenteuerreise durch die Weiten des queeren Weltraums.
Umwerfend witzig, knallbunt, euphorisch, kompromisslos queer: Der erste Spielfilm des australischen Regie-Duos Leela Varghese und Emma Hough Hobbs ist ein mitreißender intergalaktischer Selbstfindungstrip mit ganz großem Herzen und Lust auf Krawall, irgendwo zwischen wilder Sci-Fi-Musical-Komödie und heilsamer Coming-of-Age-Abenteuerreise.
Wegen Umbau geöffnet
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