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Neukonzeption der Villa Schlikker

Die Osnabrücker Villa Schlikker am Heger-Tor-Wall

 

 

 

 

 

Ein Ort mit wechselhafter Vergangenheit. Ursprünglich als bürgerliches Wohnhaus für die Familie Schlikker erbaut, wurde sie 1932–1945 das Osnabrücker Hauptquartier der NSDAP und damit regionale Schaltzentrale der NS-Diktatur. Heute ist die Villa Schlikker als Teil des MQ4-Areals ein Lernort gegen Rassismus und Ausgrenzung. Diese ursprüngliche „Topografie des Terrors“ – in unmittelbarer Nachbarschaft zum Felix-Nussbaum-Haus gelegen, das an den 1944 in Auschwitz ermordeten Osnabrücker Maler Felix Nussbaum erinnert – verstehen wir als einen öffentlichen Ort.

Unser Anpruch
Ein lebendiger Begegnungsort und ein Friedenslabor. Das ist der Anspruch an die neue Ausstellung in der Villa Schlikker im Museumsquartier Osnabrück, die 2023 eröffnet wird. Hier wird diskutiert und wissenschaftlich gearbeitet: über den Osnabrücker Juristen Hans Georg Calmeyer, der als Teil der Vernichtungsmaschinerie der Nationalsozialisten das Überleben, aber auch den Tod niederländischer Juden verantwortete. Und über die Geschichte der Villa, die schon vor der Machtergreifung der Nationalsozialisten als Hauptquartier der NSDAP in Osnabrück diente. Sie ist ein Erfahrungsort für die heutigen Besucher und ein Täter-Ort.
Die neue Konzeption wird zeitgemäß mit den Themen umgehen und sich neben allen Bürgern der Stadt Osnabrücks und Besuchern besonders an die jungen Generationen richten.
Auch die neu geschaffene Stelle der Museumslotsin garantiert dabei einen intensiven Austausch zwischen Museum und Stadtgesellschaft: Was macht ein menschliches und friedliches Miteinander aus? Was bedeutet eine demokratische Zivilgesellschaft für uns alle? Was bedroht sie? Und wie wirkt sich unser individuelles und gemeinschaftliches Handeln dabei aus?

Der Beirat
Die Kulturverwaltung der Stadt Osnabrück wurde mit Beschluss des Rates beauftragt, die Neukonzeption der „Villa Schlikker“ durch einen wissenschaftlichen Beirat begleiten zu lassen.
Dem Beirat gehören an:
Prof. Dr. Alfons Kenkmann, (Beiratsvorsitz; Universität Leipzig);
Dr. Petra van den Boomgaard, (Calmeyer-Forschung Niederlande),
Dr. Joachim Castan (Hans Calmeyer Initiative);
Michael Grünberg (Jüdische Gemeinde Osnabrück);
Dr. Hans-Christian Jasch (Gedenk- und Bildungsstätte Haus der Wannsee-Konferenz);
Prof. Dr. Christiane Kuller (Universität Erfurt);
Dr. Martin Liepach (Fritz Bauer Institut);
Dr. Mathias Middelberg, MdB (Calmeyer-Forschung);
Dr. Christoph Spieker (Villa ten Hompel)

Die Machbarkeitsstudie
Mit einem weiteren Ratsbeschluss wurde eine Machbarkeitsstudie für die Neukonzeption der Ausstellung in der Villa ausgeschrieben, die neben einem Konzeptvorschlag einen konkreten Zeitplan sowie eine Kostenschätzung umfassen sollte. Bei der Wettbewerbspräsentation im Dezember 2019 stand die Beantwortung dieser Frage im Mittelpunkt. Namhafte Agenturen aus dem Bereich der Erinnerungskultur stellten gegenüber dem wissenschaftlichen Beirat und Vertreterinnen und Vertretern der Kulturpolitik sowie der Stadtverwaltung ihre Konzeptideen für die Zukunft des Hauses vor.
Die Gewinneragentur Schwerdtfeger & Vogt konnte mit ihren ersten Konzeptideen überzeugen. Alle beteiligten Parteien haben sich mit einem einstimmigen Votum auf die Experten geeinigt. Auch das erforderliche Vergabeverfahren wurde erfolgreich abgeschlossen.

Kosten und Zeitplan
Die Sanierung der Villa sowie die Umsetzung der neuen Ausstellung soll bis Ende 2023 abgeschlossen sein. Die Sanierungsarbeiten sind eine notwendige Voraussetzung für ein neues Nutzungskonzept. Die Stadt Osnabrück hat 1,7 Millionen Euro Bundesfördermittel hierfür eingeworben.
655.000,- Euro wurden per Ratsbeschluss für die Umsetzung des Ausstellungskonzeptes im Investitionshaushalt des Fachbereichs Kultur für die mittelfristige Finanzplanung 2022/2023 eingestellt.
Die Folgekosten für den Betrieb des Museumsstandortes sind abhängig vom Konzept und werden mit diesem gemeinsam konkretisiert.

  • Planung und Sanierung der Villa Schlikker bis Ende 2022
  • Erstellung eines inhaltlichen Detailkonzeptes für die Ausstellung bis Ende 2022
  • Entwurf, Vergabe aller Gewerke und Bau der neuen Ausstellung bis Mitte 2023

Wegen Umbau geöffnet

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